Heizungsindustrie: Rekordjahr beim Absatz von Wärmepumpen

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- Langanhaltende politische Hängepartie hinterlässt jedoch Spuren
- Verbände fordern Entlastungen beim Strompreis  

Köln/Berlin, 22. Januar 2024 – Der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) und der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) melden ein Rekordjahr beim Absatz von Wärmepumpen in Deutschland. Im Jahr 2023 verkauften die Hersteller insgesamt 356.000 Geräte. Das entspricht einem Plus von 51 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Das positive Gesamtergebnis führen die Verbände insbesondere auf die starke Nachfrage im ersten Halbjahr und die Sorge der Verbraucher vor einer drohenden Gasmangellage in Folge des russischen Überfalls auf die Ukraine zurück. „Das hinter uns liegende Jahr hat eindrucksvoll die Leistungsfähigkeit der Branche deutlich gemacht. Die Industriehat ihre Hausaufgaben erledigt und umfangreiche Investitionen in neue Fertigungskapazitäten getätigt. Damit haben wir die Voraussetzungen für die politische Zielsetzunggeschaffen, 500.000 Wärmepumpen pro Jahr ab 2024 in den Markt zu bringen. Wir würden uns wünschen, dass die Bundesregierung ihren Beitrag zu dem selbstgesteckten Ziel ebenso erfüllt“, erklärt BDH-Hauptgeschäftsführer Markus Staudt.

Tatsächlich hatten weder Branche noch Verbraucher bis kurz vor Jahreswechsel Klarheit über die künftig geltenden Förderbedingungen. Dabei kritisiert der BDHdie im Zuge der Haushaltskonsolidierungen zurückgenommen Maßnahmen aus dem Baugipfel. Damit bleiben zusätzliche, dringend notwendige Impulse für die Wärmewende aus. 

Vor diesem Hintergrund blicken die Hersteller mit gedämpften Erwartungen in das neue Jahr. Die Nachfrage nach Wärmepumpen ging bereits in der zweiten Jahreshälfte 2023 deutlich zurück und fiel zum Jahresende unter das Niveau des Vorjahreszeitraums. Die Ursache für diese Entwicklung sieht der BDH insbesondere in der politisch langwierigen und unstrukturierten Debatte über das Gebäudeenergiegesetz und die begleitenden Förderbedingungen. Dennoch bestätigt die Marktentwicklung des letzten Jahres das zunehmende Interesse der Verbraucher an klimafreundlichen Heizungslösungen und die zunehmende Einbindung von erneuerbaren Energien. Entsprechend hofft die Branche, dass sich diese Entwicklung durch die nun feststehenden Förderbedingungen und gesetzlichen Rahmenbedingungen fortsetzt. „Aus Paragrafen müssen jetzt schnellstmöglich wieder eingebaute Heizungen werden“, sagt BDH-Geschäftsführer Markus Staudt.

Absenkung des Strompreises würde für Rückenwind sorgen 

Politischen Handlungsbedarf sehen BDH und BWP bei der Ausgestaltung des Strompreises. Der Forderung der Verbände, die Stromsteuer auf das europarechtliche Minimum zu senken sowie den Mehrwertsteuersatz auf 7 Prozent abzusenken, ist die Bundesregierung bisher nicht nachgekommen. Stattdessen wurde die Entlastung bei den Netzentgelten gestrichen und somit eine weitere Hürde aufgebaut. Damit fehlt der nötige Rückenwind auf der Betriebskostenseite, um den Ausbau der Wärmepumpe zusätzlich zu flankieren. In einem gemeinsamen Papier fordern BDH und BWP die Politik auf, hier dringend nachzusteuern.

Marktentwicklung engmaschig verfolgen

Die Marktentwicklung und die Akzeptanz der neuen Förderbedingungen seitens der Verbraucher müssen jetzt engmaschig von der Politik beobachtet werden. Sollten einzelne Förderbausteine wie zum Beispiel der Einkommensbonus nicht die erwartete Nachfrage erfahren, sollte die Bundesregierung in Abstimmung mit der Branche nachsteuern.