Presse­meldung

Jahresbilanz: Heizungsabsatz fällt auf niedrigsten Stand seit 15 Jahren

- Hersteller stehen vor wirtschaftlichen Herausforderungen
- Klarheit bei gesetzlichen Rahmenbedingungen zwingend erforderlich
- Markt schiebt Modernisierungswelle vor sich her

Köln/Berlin, 01. Februar 2026 – Der Absatz von Heizungen ist in Deutschland im Jahr 2025 auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren gefallen. Das zeigt die Jahresbilanz, die der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) heute vorgelegt hat. Demnach setzten die Hersteller im vergangenen Jahr nur rund 627.000 Anlagen ab – 12 Prozent weniger als im bereits schwachen Vorjahr. Damit ist der Heizungsmarkt in Deutschland das zweite Jahr in Folge rückläufig.

„Der Produktionsstandort für Heizungsanlagen in Deutschland steht unter Druck“, warnt BDH-Hauptgeschäftsführer Markus Staudt. „Die Politik muss jetzt schnellstmöglich einen verlässlichen, bedarfsgerechten und investitionsfreundlichen ordnungspolitischen Rahmen schaffen, flankiert von einer stabilen Förderung und die Bürgerinnen und Bürger auf diesem Weg mitnehmen.“

Verunsicherung hemmt Investitionen

Aus Sicht des Verbandes sind politisch verursachte Unsicherheiten hauptverantwortlich für die gegenwärtige Absatzkrise. Die hitzige öffentliche politische Auseinandersetzung um das Gebäudeenergiegesetz 2023 habe Vertrauen zerstört. Die große Koalition hat im Koalitionsvertrag beschlossen, das sogenannte „Heizungsgesetz“ abzuschaffen, ließ jedoch bislang offen, welche Regelungen künftig gelten sollen.

„Verbraucherinnen und Verbraucher handeln rational: Solange die politischen Rahmenbedingungen unklar sind, werden Investitionen in neue Heizungen aufgeschoben“, erklärt Staudt. Auch die kommunale Wärmeplanung, die ursprünglich als Orientierungshilfe für Investitionen gedacht war, wirke derzeit in vielen Fällen als Investitionsbremse. Zahlreiche Bürger zögerten mit Entscheidungen, solange unklar bleibe, welche Optionen ihre Kommune für die zukünftige Wärmeversorgung vorsehe. Ursache dafür sind häufig eine unzureichende Kommunikation und fehlende Erwartungssteuerung auf kommunaler Ebene.

Technologiedebatten kein Mittel gegen Verunsicherung

Während Wärmepumpen zuletzt mit rund 299.000 verkauften Geräten und einem Wachstum von 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegten, können sie allein den Einbruch im Gesamtmarkt nicht kompensieren. So wurde das noch unter der Ampel beschlossene Ziel von 500.000 installierten Wärmepumpen pro Jahr ab 2024 das zweite Jahr in Folge deutlich verfehlt. Auch Heizsysteme auf Basis von Biomasse, etwa Pelletanlagen, verzeichneten eine leichte Erholung, liegen mit 29.000 abgesetzten Geräten jedoch weiterhin auf niedrigem absoluten Niveau. In Summe liegt der Absatz des Jahres 2025 damit auf einem Stand, der die Hersteller vor ernste wirtschaftliche Herausforderungen stellt. Der durchschnittliche Gesamtmarkt der vergangenen Dekade lag bei rund 800.000 Geräten pro Jahr – davon ist die Branche inzwischen weit entfernt.

Der rückläufige Absatz der Wärmeerzeuger schlägt sich auch auf Systemkomponenten des Heizungssystems wie Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung, Umwälzpumpen oder Heizkörper nieder. Zwar weisen einige dieser Technologien ein prozentuelles Wachstum auf, die absoluten Stückzahlen bewegen sich jedoch auf niedriger Basis. Die lahmende Neubaukonjunktur verstärkt diesen Trend. Dabei sind auch diese Lösungen, die zur Effizienz des Gesamtsystems beitragen, mit Blick auf die Energieeinsparung und die damit verbundene Reduzierung von CO2-Emissionen von großer Bedeutung – sowohl für das Erreichen der Klimaschutzziele als auch für die wirtschaftliche Entlastung der Verbraucher.

„Wir brauchen jetzt einen Neustart mit einem verlässlichen politischen Kurs, der Planungssicherheit schafft und alle effizienten technologischen Lösungen einbezieht“, fordert Staudt. „Technologiedebatten tragen nicht dazu bei, die bestehende Verunsicherung bei den Verbrauchern aufzulösen.“

Geringe Modernisierungsrate eine Hypothek für die Zukunft

Die schwache Nachfrage wird sich auch auf die potenziellen CO2-Einsparungen auswirken. „Wenn weniger Heizungen modernisiert werden, ist das nicht nur schlecht für Wachstum und Beschäftigung, sondern auch für die CO2-Minderung. Je geringer die Modernisierungsraten in der Gegenwart sind, desto mehr muss in den kommenden Jahren modernisiert werden. Wir schieben eine immer größer werdende Welle vor uns her“, so Staudt. Denn nach wie vor entsprechen über 40 Prozent der Heizungen im Bestand nicht dem Stand der Technik, viele Anlagen sind älter als 30 Jahre. Um jedoch das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, müssten jedes Jahr eine Million Heizungen modernisiert werden.

Die Bundesregierung ist angetreten, um Wachstum und Wertschöpfung voranzubringen. Die Heizungsbranche hat in der letzten Dekade bewiesen, dass sie zu weitaus mehr in der Lage ist, als der Markt derzeit hergibt. Die Kapazitäten in Industrie und Handwerk sind vorhanden. Einzig braucht es jetzt eine Initialzündung in Form einer verlässlichen und praktikablen Rahmensetzung sowie Anreizen.