Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

Die neuen Förderbedingungen für die Einzelmaßnahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gelten seit dem 15. August 2022.

Am 27. Juli 2022 hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) eine Reform der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) vorgelegt, um die Förderung noch stärker auf erneuerbare Energien und die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern auszurichten. Die angepassten Förderbedingungen für die Einzelmaßnahmen der BEG gelten seit dem 15. August für Anträge beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Einzelmaßnahmen sind einzelne Schritte bei der energetischen Gebäudesanierung wie der Austausch von Fenstern, Türen oder Wärmeerzeugern.

Eine wesentliche Neuerung ist, dass die Förderung von gasverbrauchenden Anlagen aufgehoben wurde. Konkret sind dies Gas-Brennwertheizungen („Renewable-Ready“), Gas-Hybridheizungen und gasbetriebene Wärmepumpen. Dafür gibt es einen Heizungs-Tausch-Bonus in Höhe von 10 Prozent für Heizungsanlagen, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden.

Der Heizungs-Tausch-Bonus von 10 Prozent wird zusätzlich zum regulären Fördersatz eingeführt. Bei diesen Anlagen kann durch einen Austausch über mehr Energieeffizienz und hohe Energieeinsparungen der Klimaschutz besonders gestärkt werden.

Für diesen Heizungs-Tausch-Bonus gelten folgende Kriterien und Bedingungen:

  • Für den Austausch von funktionstüchtigen Öl-, Kohle- und Nachtspeicherheizungen wird ein Bonus von 10 Prozentpunkten gewährt.
  • Für den Austausch von funktionstüchtigen Gasheizungen wird ein Bonus von 10 Prozentpunkten gewährt, wenn deren Inbetriebnahme zum Zeitpunkt der Antragsstellung mindestens 20 Jahre zurückliegt. Für Gasetagenheizungen wird der Bonus unabhängig vom Zeitpunkt der Inbetriebnahme gewährt.
  • Nach dem Austausch darf das Gebäude nicht mehr mit fossilen Brennstoffen im Gebäude oder gebäudenah beheizt werden.
  • Der Bonus gilt nicht für Solarkollektoranlagen sowie die Errichtung, Umbau oder Erweiterung eines Gebäudenetzes.

Eine weitere wesentliche Neuerung ist, dass die Fördersätze insgesamt angepasst wurden. Sie sind etwas geringer, bleiben aber weiterhin auf einem hohen Niveau und ermöglichen damit eine attraktive Förderung für einen breiten Antragstellerkreis.

Weitere Anpassungen betreffen beispielsweise

  • den sogenannten iSFP-Bonus bei individuellen Sanierungsfahrplänen, der jetzt nur noch bei Maßnahmen an Gebäudehülle, Anlagentechnik und Heizungsoptimierung gewährt wird,
  • und den Wärmepumpen-Bonus, der zusätzlich 5 Prozent Förderung bei besonders effizienten Wärmepumpen-Anlagen ermöglicht.

Übersicht der Fördersätze für verschiedene Heizungsanlagen

Weitergehende Informationen zur BEG und weiteren Fördermöglichkeiten finden Sie hier: www.energiewechsel.de/beg

Alle Informationen zum Antragsverfahren und Merkblätter finden Sie hier: www.bafa.de/beg

Steuerliche Förderung

Seit 2020 ist die steuerliche Förderung von Aufwendungen zur energetischen Modernisierung bei selbstgenutzten Wohngebäuden möglich, welche mindestens 10 Jahre alt sind. Gefördert werden die über die BEG EM geförderten Maßnahmen. Dies sind neben den unter 2. genannten Heizungsanlagen auch die Erneuerung und der Einbau einer Lüftungsanlage, der Einbau von digitalen Systemen zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung, die Optimierung bestehender Heizungsanlagen sowie Maßnahmen an der Gebäudehülle. Hausbesitzer können über die steuerliche Förderung über drei Jahre verteilt 20 % der Investitionskosten von der Steuerschuld abziehen. Die Sanierungsmaßnahmen führen Fachunternehmen durch, welche die korrekte Umsetzung der Maßnahme im Rahmen einer Fachunternehmerbescheinigung dokumentieren und eine Rechnung ausstellen. Beide Dokumente werden dann der Steuererklärung beigefügt. Die gleichzeitige Beanspruchung der steuerlichen Förderung und der Förderung über die BEG EM ist nicht möglich (Kumulierungsverbot).